Thomas Empl, *1991 in München, ist ein in Köln lebender Schriftsteller. 2021 erschien sein
Erzählungsband »Ausbruch« im Kölner Verlag parasitenpresse. Ende 2023 folgte ein zweiter
Band, »Inneres Zittern«, der mit dem Dieter-Wellershoff-Stipendium der Stadt Köln
ausgezeichnet wurde.
Lisa Roy wurde 1990 in Leipzig geboren und wuchs im Ruhrgebiet auf. Sie veröffentlicht
Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien. 2023 erschien ihr erster Roman „Keine
gute Geschichte“ im Rowohlt Verlag. Lisa Roy lebt mit ihrer Familie in Köln.
Natalie Harapat, geboren 1986 in Wetzlar, ist eine deutsche Autorin und Künstlerin. Sie
studierte in Gießen, Köln und Hamburg und veröffentlichte in verschiedenen
Literaturzeitschriften und Anthologien. Ihr erstes Buch SCHLUSS.AUS.ENDE erschien 2010
im Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag. Sie lebt in Köln und Gießen.
Heinz, geboren im Lohaus, an der Theke des Lohaus, immer. Gott weiß alles, Heinz weiß mehr. Das Café Peanuts, die sinistren LKW-Fahrer Guido und Bernd, der fröhliche Schützenkönig Mark. An Holztischen, umgeben von Künstlerinnen aus Mexiko, Marokko, Kolumbien, Chile, Griechenland, Japan, Südkorea, bei Pülleken-Bier und Diego-Maradona-Cocktails. Amauta, David, Nadir, Soumeya, Franzi, Franziska, Fran, Jan, Marei, Fatin, Jazra, Christiane, Julius, Esther, Camilo, Sara, Maxi, Rosa, YL, Gerald, Yoshie. Clemens Setz an der Kasse des immerleeren K+K. Die Toten von St. Brictius, manche kaum noch lesbar. Die Beach Party. Jason Derulo, ein Robbie-Williams-Impersonator. Der Trimmdichpfad. Igel. Einmal stirbt einer auf dem Kiesweg. Die Vulkane Zuidwal und Mulciber, in Davids und Aumatas Ausstellung, Amauta, deren Vater sie xocoyotl nannte, ein Wortspiel mit xocoyotas, die Schwestern der Frauen. Die Frauen, die die mexikanischen Städte gebaut haben, Natur zerstört haben, um etwas zu schaffen. Max an der Orgel, das Pedal quietscht. Sand vom Kieferngrundsee auf den Notizbuchseiten. Dohlen, Linden. Die Dohlen versammeln sich, ziehen kreischend ihre Kreise, eher Bahnen, scheinbar ohne Ordnung, als wären sie Sternbilder, deren Namen man vergessen hat. Nur zwei Dohlen fliegen exakt parallel. Der Guest Room, das Kino, die Bibliothek, durch die Jazra wandert und seine Gedichte singt. Apfelfest und Apfelschnaps. Der Nutzgarten und das Schiff. Kegeln, Karaoke, Mario Kart. Tischtennisduelle zur Puccini-Platte. Das übermenschengroß wachsende Hirschkraut, strahlend gelb. Die sich ausbreitenden Brennnesseln. Natalie, die ihrer Hündin Minou das Fell schneidet. Minous Haare auf allen Pullovern. Jazra im Liegestuhl, nachdenklich ein geschlossenes Buch zwischen den Fingern. Dohlenkreischen und Hahnenschrei. You going to Maximiliano’s presentation? Yeah, it’s at 8. See you there.