Naho Matsuda
Photo: Michael Sohler

Naho Matsuda ist eine deutsch-japanische freischaffende Künstlerin, die in München und London lebt. In ihren Arbeiten untersucht sie Arten von Sprachen und Kommunikationsformen und setzt sich mit alltäglichen Machtstrukturen auseinander. In ihren aktuellen Projekten untersucht sie, wie Männer sich entschuldigen, wann Hunde zu Waffen werden können und wie wir unsere Hände benutzen, um Tiere zu imitieren.

Naho arbeitet ortsspezifisch und recherche-orientiert, oft unter Einbeziehung der Menschen vor Ort. Inspiriert von ihren Erkenntnissen erfindet sie Scheinlösungen, Fluchtwege und Nebengeschichten. Diese werden in einer Vielzahl von Medien und Materialien umgesetzt: von Zeichnungen, Drucken und Websites bis hin zu Videoarbeiten, Installationen und Performances.

Photo: Camilo Pachón

„Während meines Aufenthalts habe ich mich mit der Geschichte eines aus Schöppingen stammendes neolithisches Jadebeil beschäftigt. Das Jadebeil ist eins der ältesten archäologischen Objekte, die je in Schöppingen gefunden wurden. Es hat eine faszinierende Geschichten, wie es vor 6000 Jahren nach Schöppingen gekommen ist und es gibt mehrere mysteriöse Umstände und Geheimnisse um das Beil. Mein Großvater hat es in den 70er Jahren in einer Ausstellung in der Schöppinger Sparkasse präsentieren dürfen, und mir in den Jahren vor seinem Tod viel von diesem ungewöhnlichen Beil erzählt. Als ich nach Schöppingen gekommen bin, habe ich schnell einige Menschen kennengelernt, die mir mehr über das Beil und seinen heutigen Verbleib erzählen konnten. Ich habe die verschiedenen Geschichten des Beils festgehalten und arbeite zurzeit an einer neuen Arbeit, die sich mit dem Beil und seinen Geschichten und Geheimnissen beschäftigen.“

Stipendiat:innen