

Sohorab Rabbey (*1994) ist ein multidisziplinärer Künstler und Forscher aus Bangladesch. Sohorab wuchs am Ufer des Turag-Flusses auf, und seine visuelle Praxis entspringt seiner Auseinandersetzung mit der Flussgemeinschaft und seiner Forschung zur politischen Ökologie der Gewässer im Bengalischen Delta, einer entscheidenden Klimazone des Anthropozäns. Durch die Einbindung in die Praktiken der lokalen Gemeinschaft, Erkenntnisse aus Feldforschung und das Wissen der Vorfahren findet er – durch das Erinnern, Wiederherstellen und Zurückgewinnen – seine Formen und Materialien, vor allem durch Installationen, Assemblagen und Skulpturen, die in andere Medien übergehen. Sohorab lenkt die Aufmerksamkeit auf die Mikro-Erzählungen des Klimawandels und hinterfragt koloniale Ausbeutungsmechanismen, indem er Archive, Rechtsdokumente, Infrastrukturen, botanische Bilder und kartografische Karten in einer spekulativen Erzählung verzerrt. Damit setzt sich Sohorab für die gesetzlichen Rechte indigener Völker, ortsbezogenes Wissen und übermenschliche Gemeingüter ein.