Yoshiaki Onishi
Photo: Younes Zarhoni
Photo: Yoshiaki Onishi

Yoshiaki Onishi ist ein japanisch-amerikanischer Komponist, Dirigent und Klarinettist. Als Komponist interessiert er sich für die Erforschung einer Vielzahl von Instrumentalklängen und dafür, Wege zu finden, diese in musikalische Syntax und Formen zu integrieren, die das Gefühl der Erwartung durchbrechen. Er hat an Auftragswerken für Festivals und Organisationen wie die Klangwerkstatt Berlin, die Philharmonie Luxemburg, das Takefu International Music Festival und die Gaudeamus Muziekweek gearbeitet, und seine Musik wurde von Ensembles weltweit aufgeführt, darunter das New Japan Philharmonic, das Asko|Schönberg Ensemble, das Klangforum Wien, das Nieuw Ensemble, das Distractfold Ensemble, das Ensemble Intercontemporain, das Quatuor Diotima und das JACK Quartet. Er ist Preisträger des Guggenheim-Stipendiums 2018, des Fromm-Stipendiums 2018 und des Gaudeamus- Preises 2011. Seine Musik wird vom Verlag Edition Gravis in Berlin veröffentlicht. Als Dirigent, der sich intensiv für die Förderung der Musik von heute engagiert, war er Direktor des Mizzou New Music Ensemble und eines der Gründungsmitglieder des Ensemble Exophonie Tokyo. Weitere Ensembles, mit denen er als Dirigent zusammengearbeitet hat, sind das Ensemble Kujoyama, das Nieuw Ensemble of Amsterdam, das ECCE Ensemble, das Wet Ink Ensemble, das Columbia University Orchestra und das University Philharmonic Orchestra der University of Missouri. Als Klarinettist und Improvisator ist er zunehmend aktiv und hat mit Komponisten und Musikern wie George Lewis, Alvin Lucier, Miles Brown, Oswald Huỳnh und Eli Wallace zusammengearbeitet. Zusammen mit Santiago Beis spielt er im Onishi- Beis Duo, einem elektroakustischen Improvisationsduo. Onishi promovierte 2015 an der Columbia University in Musikkomposition. Derzeit ist er Assistenzprofessor für Musikkomposition an der University of Delaware School of Music.

„Während meines Aufenthalts im Künstler*dorf Schöppingen habe ich an drei Projekten gearbeitet und in jedem davon bedeutende Fortschritte erzielt: 1. eine umfassende Überarbeitung von PmuD III für Altflöte, Bassklarinette, Violoncello und Klavier (2024–25); 2. Spec für drei Bassklarinetten und 3. Conc für 11 Spieler. Außerdem arbeitete ich an einem kurzen Projekt: einer Bearbeitung des Vokalstücks „Du bist die Ruh“ von Franz Schubert für Streichquartett. Das Künstler*dorf bot mir auch einen fruchtbaren Boden, um gemeinsam mit anderen Stipendiat*innen Kunst zu schaffen. So arbeiteten beispielsweise die Stipendiatin für bildende Kunst Imane Zoubai und ich an einer gemeinsamen Präsentation für das monatliche Open Studio im Juli. Das Ergebnis war Tea Ceremony with Grains (Homage to Imane Zoubai), ein zweikanaliges elektronisches Stück, das dort aufgeführt wurde.
Die Aufnahme einer Improvisation auf der Bassklarinette mit dem bildenden Künstler Juan Pablo Pacheco Bejarano, der in der St. Brictius- Kirche das Waterphone spielte, war ebenfalls ein spannendes Projekt. Die Spektralanalyse von Wasseraufnahmen von Sohorab Rabbey sowie Evgenija Wassilews Vermittlung von Besuchen bei der Amateurfunkstation in Schöppinger Berg – was mir letztlich half, mich mit meiner Faszination aus Kindertagen zu verbinden – und so viele künstlerische Austausche mit anderen Stipendia*innen haben mich neugierig auf zukünftige Kooperationen mit ihnen gemacht. Nicht zuletzt führte eine Reihe von Zufällen dazu, dass ich (zusammen mit Julia Haarmann und Sohorab Rabbey) in der Fernsehsendung „Lokalzeit Münsterland” auf WDR zu sehen war, wo ich eine Schokoladenroulade mit Crème Anglaise und Beerenkompott zubereitete, ein Rezept, das ich bereits seit zwanzig Jahren zubereite.“

Stipendiat:innen